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Woran sterben christliche Internetforen?

9. Oktober 2013

Vor einigen Monaten schrieb ich einen Aufruf an Christen, sich an internetforen zu beteiligen. Ich habe selbst auf Foren meine ersten Gehversuche im Web 2.0 gemacht und war nach gar nicht so langer Zeit auf verschiedenen Portalen ein recht bekannter Schreiberling. Das ist inzwischen nicht mehr so. Einer der Gründe ist schlicht und einfach der, dass die Foren eingestellt wurden.

Nun ist es wieder einmal so weit. Am kommenden Montag wird das Glaubenscafe.de geschlossen Alle Beiträge werden gelöscht. Anfang des Jahres war es das kleine, aber feine katholische Forum AdGentes, das nach mehrmaligem Moderatorenwechsel im virtuellen Nivana verschwand. Das Ende der Community von evangelisch.de habe ich ja hier schon ausführlich kommentiert. Das Forensterben ist offensichtlich unabhängig von der Größe, dem Betreiber und der  konfessionellen oder spirituellen Couleur. Die konservativ-katholische Community kathspace.com hat ihr offenes Forum ebenso eingestellt wie auch der aus einer Singlebörse hervorgegangene, evangelikal geprägte christpark.de. Die Liste ließe sich fortsetzen. Manchen, wie dem (auf dem Site immer noch angezeigten) christpark-Forum, braucht man nicht nachzutrauern, das Niveau war da nicht so pralle. Bei anderen tat es aber weh. Über das Ende von AdGentes schrieb ich im Glaubenscafe:

Montag, 4. Februar 2013, 14:45

Das beste der christliche Foren, das ich kenne bzw. kannte! :schnief:
Ein Forum, in dem kontrovers, aber immer mit Achtung und Liebe diskutiert wurde.
Gerade die Threads zur Ökumene hatten ein absolutes Spitzenniveau.
Da hatte auch ich viel Zeit und Mühe hineingsteckt.Ziemlich geschockt, Ismael
Dann der erste Versuch einer Analyse:

Freitag, 8. Februar 2013, 12:14

Eine Frage der Geduld

Wenn das so ein tolles Forum war, warum hat es denn geschlossen ? Also außer durch finanziele Gründe wüßte ich nicht , warum es noch schließen müsste.

Ich denke, es ist oft auch eine Frage der Geduld. Um bei den von mir angesprochenen Ökumenethreads zu bleiben: da haben wir z. T. über hunderte von Posts miteinander gerungen, unsere Meinungen ausgetauscht, nachgefragt, hinterfragt, präzisiert, revidiert…
…und dann war irgendwann alles gesagt, was zu sagen war.

Es konnte erst einmal nichts Neues zu dem jeweiligen Thema hinzukommen, ohne dass wir uns wiederholt und argumentativ im Kreis gedreht hätten. Dann muss man die Sache einfach mal so stehen lassen.

„Stehen lassen,“ ja, im wörtlichen Sinne! Es war ein weitgehend offen lesbares Forum. D. h. jeder konnte unsere Argumentation nachlesen. Damit haben wir der Leserschaft, die von Kalifornien über Saudi-Arabien bis nach Südkorea verteilt war, etwas Wertvolles (unseren Glauben!) zur Verfügung gestellt. Das hätte man „stehen lassen“ können, auch wenn bei einem halben Dutzend Schreiberlingen auch mal Flaute ist.

Es ist falsch, den Wert eines Forums nur nach der gerade aktuellen Aktivität der User zu beurteilen. Da wäre der Fokus viel zu sehr auf das „Innen“, also die Usergruppe gerichtet, und nicht auf das „Außen“, in das wir als Christen doch hineinwirken wollen.

Der Wert einer Bibliothek misst sich ja auch nicht daran, wie viele Neuerscheinungen pro Woche in die Regale kommen, sondern danach, wie viele der Bücher von wievielen Leuten gelesen werden und welchen Gewinn sie für ihr Leben daraus ziehen. Und da gibt es eben kleine Bibliotheken mit Büchern von überzeitlichem Wert und es gibt welche, wo massenweise Zeitschriften von zweifelhafter Qualität angehäuft werden.

AdGentes war sowohl von der Gliederung, dem Webdesign, der Thematik, den Inhalten und auch von den Charaktären der User das schönste und niveauvollste christliche Forum, das mir untergekommen ist. Sein Untergang berührt mich wie der Brand einer wertvollen Bibliothek.

Für uns hier bedeutet das, dass wir nicht dem flüchtigen, schelllebigen Zeitgeist fröhnen sollen. Wir sollten auch nicht zu sehr auf uns selbst fixiert sein. Wir sollten lieber überlegen, warum und für wen wir hier schreiben. Und da kommt es nicht auf die Masse an, sondern auf die inhaltliche Qualität und darauf, welches Zeugnis wir nach außen geben.

Als im April dann die Schließung des Glaubenscafes bevor stand, empfand ich anders:

Dienstag, 9. April 2013, 09:34

Abschied

Ihr Lieben,im Gegesatz zu mehreren anderen Foren, die mir in der letzten Zeit unter der Tastatur weggestorben sind, bin ich um das Glaubenscafe nicht besonders traurig.Natürlich sehe ich die ganze Mühe, die im Aufbau und in der Gestaltung drin steckt. So viele Überlegungen und Gedanken, so viel Sorgfalt. Schließlich habe auch ich sehr viel Zeit hier hineingesteckt.Aber, liebe Freunde, es ist einfach nicht mehr das Glaubenscafe, dass es am Anfang war. Aus dem netten, charmanten Bistro ist eine Imbissbude geworden. Die Frische des Glaubens, die ich zu Anfang hier verspürt hatte, ist mehr und mehr zu einem Ölfilm vermeintlicher Rechtgläubigkeit geworden, der sich in unappetitlicher Weise um jedes Gespräch gelegt hat. Es macht einfach keinen Spaß mehr, hier zu schreiben und zu lesen.Das Bittere dabei ist, dass das GC so große Chancen gehabt hätte. Alle Prominenz der christlichen Forenszene war mal hier, viele sogar angemeldet. Adelfos, Chorbisch, Hibbing, Ernstin, um nur einige zu nennen.Und nun wird auch Ismael seinen Seesack schultern und gehen.Mein Dank an alle, die mir in dieser Zeit so viel Freundschaft erwiesen haben.
Ich denke, irgendwo in der christlichen Weblandschaft werden wir einander begegnen. Denn nach wie vor stehe ich dazu:
Christen, geht auf die Foren!
Also denn, gehabt euch wohl!
Euer ewig heimatloser Fahrensmann Ismael

Diese herben Worte haben die Initiatoren dieses kleinen Portals, ein konfessionsverbundenes Ehepaar aus Berlin, sehr verletzt. Aber die waren gar nicht gemeint. Ich meinte jene fundamentalistischen User, die mit einem Dauerfeuer von Bibelzitaten jede vernünftige Diskussion zunichte machten, die andere Meinungen als satanisch oder als persönliche Anfeindungen behandelten. Und da können irgendwann auch die engagiertesten Freizeit-Moderatoren nicht mehr schlichten. Zumal, wenn sie berufstätig sind, ihre User aber jede Menge Zeit vor dem Mäusekino verbringen. Und da verlor auch ich irgendwann, nach einigen Versuchen, ein paar Regeln für den Umgang miteinander zu etablieren, die Lust:

Mittwoch, 10. April 2013, 14:55
Und so ist es gekommen, dass ich mich hier schon länger nicht mehr wohlgefühlt hatte. Leider habe ich selbst auch nicht die Zeit und die Möglichkeit gehabt, etwas zu verändern. Eher umgekehrt: Ich habe das virtuelle Kettenhemd selbst hier im Hause nicht mehr abgelegt. Ich wurde hart in meiner Rede, musste mich deshalb immer wieder selbst zurückhalten.
Anderswo habe ich anderes erlebt. Bei AdGentes habe ich mich heftig mit anderen gestritten, aber wir haben nie die Achtung voreinander verloren. Und weil wir dabei so viel Persönliches preisgeben konnten, haben wir uns letztlich in einer unglaublichen Tiefe verstehen und lieben gelernt! Im AZ-Forum  mit seinen Tausenden von Postings wird fast überhaupt nicht vom Team aus moderiert, aber immer wieder greifen die User selbst schlichtend ein. Und sie haben dort nicht einmal die Möglichkeit, etwas über persönliche Nachichten hinter den Kulissen zu klären.

Nun, das Glaubenscafe bekam noch bis jetzt Gnadenfrist, nachdem die ärgsten Streithammel ausgebootet worden waren alle anderen Besserung gelobt hatten. Aber es spielte sich thematisch nicht mehr groß was ab, das Forum dümpelte in Belanglosigkeiten vor sich hin. Was nicht heißt, dass dort nicht christliches Leben abspielte: Hinter den Kulissen gab es z. B. starke persönliche Initiativen, als ein User in einer Krise nahe an den Suizid geriet. Besonders solchen Menschen, die in einem virtuellen Netzwerk Halt finden, geht viel verloren, wenn so ein Portal schließt.

Die Moderatoren von AdGentes hatten noch ein Weiteres festgestellt, was konstuktive Diskussionen stört: Facebookismus. Gemeint ist, keine eigenen kreativen Beiträge zu schreiben, sondern nur noch Links auf andere Sites zu posten. Da kann ich mich selbst nicht ganz ausnehmen, ich verlinke inzwischen recht häufig auf meine eigenen Blogs. Allerdings bin ich zum Bloggen eigentlich erst dadurch gekommen, dass ich Beiträge, die mir am Herzen lagen, von Foren retten musste, weil die von Löschung bedroht waren. Also habe ich sie in ein eigenes Blog kopieren müssen. Ein Teufelskreis: Zeit und Mühe in Forenbeiträge zu investieren, ist ein Risiko. Ein frustrierter Webmaster könnte ja Feuer legen. Also publiziert man doch lieber gleich im eigenen Hause.

Und doch fehlt mir etwas. Nämlich der lebendige Austausch mit Menschen die vielleicht ganz anders Denken als ich, die ganz andere Erfahrungen haben. Die mir gerade dadurch etwas geben können und ich ihnen. Deswegen möchte ich Internetforen zu Glaubensfragen nicht missen.

Nur kenne ich zur Zeit kein Gutes.

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25 Kommentare
  1. Danke für Deine Blog. Als Noch-Webmaster des Glaubenscafés, möchte ich hier an dieser Stelle mit Verlaub meine Schliessungserklärung einstellen.

    Zitat:

    Der Hauptgrund der Schliessung des Glaubenscafés ist weder, wie hier nun plötzlich nach allen Seiten verlautet wird, die Tatsache, dass es hier im Forum auch Durststrecken gab oder in Threads etwaige Hebel umgelegt worden sind. Und auch hat die Schliessung des Glaubenscafés mit Verlaub nichts mit einer „kein Bock“ Haltung zu tun.

    Damit es womöglich andere besser verstehen, habe ich unsere kurze Erklärung auf der Startseite, um folgende Passage ergänzt:

    Zitat

    Wir bewegen uns inhaltlich
    bereits seit einiger Zeit in eine Richtung, die wir längst nicht mehr
    aus vollem Herzen unterschreiben können.
    Gemeint sind hier insbesondere Texte aber auch Verhaltensweisen von Christen, die in allem was sie tun davon überzeugt sind, dass es ihr Auftrag wäre, Mit-Christen offenbar „himmeltauglich“ zu machen!

    Wenn Christen in einem christlichen Forum verstummen, aufgrund von, ich nenne sie mal christliche Profilneurotiker, dann ist das auf Dauer nicht mehr tragbar. Diese Art von Christen zerstört das Bild der Christen nach innen und nach aussen und erreicht genau das Gegenteil dessen, was sie ja so „dringend aufs Herz gelegt“ bekommen haben. Nämlich das Menschen die nach Halt suchen, nach ihren Glaubensinhalten, nach einen Gott, plötzlich nicht mehr wissen, was richtig und was falsch ist. Sie sind verunsichert durch diese Christen, die sogar vor ihrer eigenen Türe, vor ihrem Nächsten, kein Halt kennen, bevor er oder sie nicht so glaubt wie sie!

    Das ist eine höchst gefährliche Entwicklung unter Christen, auch in den Gemeinden heutzutage. Und das ist auch nicht das Miteinander in einem Geist, was Gott sich für seine Kinder vorgestellt hat. Neulich habe ich einen guten Satz gehört, von jemandem hier aus dem Forum: „Christen brauchen gar keinen Satan, sie schaffen es ganz von alleine, von innen heraus sich kaputt zu machen“! Darüber sollten wir in diesen Tagen nachdenken. Das ist es, was mich gerade traurig macht und sprachlos und handlungsunfähig.

    Handlungsunfähig, weil diese Art von Christen im Kern ja nichts Falsches von sich geben, lediglich, dass sie meinten der Rest der Christen hätte seit Jahrhunderten unter Steinen geschlafen und müsse nun durch sie zum wahren Leben und zum wahren Glauben erweckt werden. Es ist ein arrogantes und hochnäsiges Christsein, was sie mit ihrer Haltung verbreiten, ein Besserwisserchristentum und gleichsam auch ein gegenüber anderen Christen „ein Glauben absprechendes“ Christensein. Und wir sprechen hier womöglich von nicht wenigen Christen, die bereits seit Jahrzehnten mit Gott unterwegs sind!

    Nun, was machen wir mit dieser Christspezie? Nichts machen wir! Ich will es mal so formulieren: Sie machen zu wenig Falsch, um wirklichen Handlungsbedarf aufkommen zu lassen und sie machen zu vieles, was subtil zerstörrerisch und zermürbend, ja lähmend wirkt.

    Dann heißt es immer: Ja wir sind eben alles nur Menschen. Oder: Du kannst die Menschen nicht verbiegen, Du musst sie nehmen, wie sie sind. Ja, alles richtig.
    Doch eines kann ich auch und da habe ich die Freiheit die wunderbar ist und die ich mir für mich einfach mal an diesem Punkt herausnehme, Claudina, ich kann mir aussuchen, ob ich mich mit ihrer Gegenwart umhülle oder ob ich mich von ihnen fernhalte! Gott sei Dank!

    Ich habe erst neulich hier mit einer Christin gechattet, die mir folgendes sagte: „Ich dachte immer Gott zu kennen. Meinen Gott, den ich seit Jahren für mich im Herzen trug. Mein Gott an den ich nichts heran lies, der mich tröstete und trug in schweren Zeiten. Mein Herzensgott! Doch seit ich hier im Glauenscafé lese, hat sich dieser Herzensgott verändert bzw. ich habe mich durch diese vielen Meinungen und Diskussionen die es hier gibt verändert. Ich erkenne meinen Gott garnicht mehr wieder in diesem ganzen hin und her der Gottesbilder, die hier wehemend von Usern versucht werden an den Nächsten zu bringen. Ich bin ins wanken gekommen; ich bin mir unsicher geworden!“

    Als Webmaster, als Christ . . . gab und gibt es nichts schlimmeres, als solche Worte zu lesen! Denn es zeigt die falsche Richtung, in der wir, nicht nur mit unserem Glaubenscafé, sondern auch als Christen zum Teil eingeschlagen haben überdeutlich auf! Diese Aussage zeigt und es gibt weitere Dinge, die mir in der vergangen Zeit zugespielt wurden, dass das Glaubenscafé eine gegenteilige Linie fährt, zu dem, wozu ich es einst konzipiert habe.

    Ich wollte durch Christen und ihre Erfahrungen im Alltag, ihre niedergeschriebenen Zeugnisse, ja durch ihr Sein, andere Menschen einladen, womöglich Interesse an dem Geschriebenen zu bekommen, darin Gott zu suchen, durch Texte von Gott gefunden zu werden . . . all das und mehr. Doch heute werden User durch das Geschriebene verunsichert, verurteilt, gebügelt und vertrieben!

    Und ich weiß, dass es längst nicht alle User waren, die sich dass, was ich hier beschreibe, mit auf ihre Fahne schreiben dürften, doch es reicht eben leider, wie in der Bibel beschrieben, oftmals schon ein wenig vom Sauerteig und alles beginnt zu gären und ungenießbar zu werden.

    Nun gibt es dann ja auch immer Menschen, die für alles eine Lösung parat haben, wie man denn mit solchen Menschen zu verfahren hätte. Manche meinen, ich hätte diese User mit ihrer Überheblichkeit und ihrem Missionseifer für Christen einfach löschen sollen. Andere gaben zu bedenken, dass es ja immer wieder passieren könne und neue User dieser Art kommen würden. Viele sagten, dass man gerade in einem christlichen Forum nicht alles löschen dürfe, was unbequem ist. Einige konnten lediglich Formfehler, wohl aber inhaltlich keine Schwachstellen entdecken. Sei es wie es sei. Es gab und es gibt keine Patentlösung.

    Fest stand und steht, dass es User gab und ich zähle mich und einige in meinem Team dazu, die sich durch diese Art und Weise des „sich präsentieren als die besseren Christen“ gestört und gehemmt fühlten. Demotivation machte sich breit. Warum soll ich etwas von mir oder über mein persönliches Glaubensleben schreiben, wenn ich danach inhaltlich analysiert und in der Luft zerissen würde? Selbstverständlich alles unter dem vermeintlichen Deckmantel der Nächstenliebe und unter fundierter Beweisführung von ausgewählten Bibelstellen. Immer schön weit weg von sich selber halten. Man tut ja nur das, was Gott einem ins Herz legt, nicht wahr. Nein, das hat kein Christ nötig und schon garnicht von Seinesgleichen!

    Ich schreibe diese Zeilen nicht, weil es nochmal wieder eine andere Option, als die Schliessung des GCs gibt, sondern damit die wahren Gründe hier einmal auf den Tisch kommen!

    Wir Christen sind schon alleine aus konfessionellen Gründen offensichtlich so gespalten, wir sollten aufpassen, dass wir uns nicht auch noch gegenseitig das Feuer ausblasen! Und wenn ich und das habe ich in den vergangenen Tagen einmal gemacht, wenn ich mich mal in der christlichen Internetlandschaft umschaue, so wie es auch Ismael bereits in seinem Thread beschrieben hat, dann sind genau das, die primären Gründe für die Schliessung christlicher Communitys im Netz!

    Zum einen, weil sich die Christen in ihrer Gemeinschaft ständig gegenseitig ans Bein pinkeln und zum anderen, weil die Aussenwirkung dementsprechend für jeden der in so einem Forum liest, nicht einladend und abstoßend wirkt. Spätestens dann macht es keinen Sinn mehr, ein christliches Forum zur Ehre Gottes zu betreiben!

    In diesem Sinne uns allen Gottes Segen,

    Stefan
    (Webmaster/ Glaubenscafe.de)

  2. Danke, Stefan! Es ist schön, dass du selbst deine und Muriellas Wahnehmung mit eigenen Worten schilderst!

    Und auch hier noch eimal ganz herzlichen Dank für all das Herzblut, dass ihr beide über Jahre in dieses so hoffnungsvolle Projekt investiert habt!

    Ismael

  3. Das Zerfleischen von grundsätzlich Gleichgesinnten durch solche, die meinen, alleinige Besitzer und Verbreiter einer einzigen Wahrheit zu sein, kenne ich aus vielen Foren. Das ist kein spezifisch christliches Forenproblem, glaube ich, sondern eine Begleiterscheinung der immer häufiger beobachteten „Neuen Fundamentalismen“.
    In meiner Erfahrung waren das mehrere Ethikdebatten, die in dem Forum einzig radikale Veganisten mit ihrer vermeintlichen Lebensweise zu beantworten meinten. Auch religiöse Themen wussten ausschließlich jene Veganisten richtig zu beurteilen.
    Die Möglichkeit, im Netz seine Meinung zu äußern, erlaubt zwar den freien Meinungsaustausch in Foren. Leider bringt sie auch mit sich, dass radikale Randmeinungen allein durch Beharrlichkeit eine Stärke erhalten, die im direkten Gespräch nie aufkäme. Im Forum kann man Fundamentalisten leider nicht aus dem Weg gehen. Bzw. man kann den Schwächeren nicht sofort erklären, dass bestimmte Randmeinungen die Meinungen Einzelner sind…

    Nur einmal habe ich in einem christlichen Forum gelesen, bekam aber Bauchschmerzen von manchen Haltungen, die ich lesen musste. Seither meide ich die Orte. Gleiches gilt für Texte über Kirche, Ethik und Glauben in größeren Online-Zeitungen. Die Kommentare darunter sollten als „Schlachthof“ gekennzeichnet sein.

    VIelleicht ist die Lösung der private Briefverkehr (oder Mailverkehr), wie ihn die Apostel pflegten. Kein Streitgespräch in der Gruppe, in der der Lauteste gewinnt, sondern ein leises Hinweisen auf das, was wesentlich sein könnte. Das christliche Forum ist nicht tot. Es ist nur nicht mit der technischen Form des Webforums identisch 🙂

  4. Was hier Stefan und Ismael erwähnen, enthält leider eine tiefe Wahrheit.
    Ich selbst stellte mir auch schon die Frage, ob nun ein „tief“ christliches Forum nicht schon deshalb keinen dauerhaften Bestand haben kann, weil es um viel zu heilige Dinge, – nämlich um GOTTES Wort – geht?

    Dabei ist dieses Bibelwort für die „tiefgläubigen Christen“, gleichbedeutend mit ihren „kostbarsten Perlen“. Und so gehen sie damit um.
    Aber eine andere „Sorte“ leichtfertiger Christen werden die gleichen Perlen mit weniger Hochachtung behandeln. (Abgewandelt nach dem Gleichnis aus Mat.7:6 ).

    Wie können diese beiden „Sorten“ sich in einer offnen Internetwelt treffen? Und wie wird dieses Treffen dann ausgehen?
    Wer wird obsiegen?
    Was wird mit den „Perlen“ geschehen? –
    Nur zu oft mußte ich erleben, was das Ende vom Lied ist. – Eben gerade das, was oben beschrieben wurde.

    Deshalb sehe ich die einzige Chance in einer sehr streng gehaltenen, Bibelfestigkeit der Moderartoren.

    Wenn biblische Grundwerte verletzt werden, gilt es sofort und eindeutig aufzutreten. Wenn man dort die Zügel schiessen läßt, wird es wohl immer zu den traurigen Folgen kommen…

    Das moderne Schlagwort der vielgeliebten Toleranz ist bei Gott und seinem Wort, ein trügerischer Begriff.
    Wenn ich da toleriere, was die Bibel nicht toleriert, dann wird das Portal nur dem Namen nach als „christlich“ laufen, aber nicht dem Inhalt entsprechend…

  5. Nein, Pal, deinem Kommentar muss ich energisch widersprechen!
    Es geht beim Wort Gottes nicht darum, auf welchem Weg es vermittelt wird. Ob gesprochen, gesungen, auf kostbares Pergament geschrieben, in Massendruck verbreitet oder auf Internetforen diskutiert, – das Entscheidende sind die Menschen, die damit umgehen! In wie weit ist ihnen, den Menschen, die Liebe Gottes und Herzensbildung abzuspüren?

    Dein Kommentar baut einen Gegensatz zwischen „tiefgläubigen“ und „leichtfertigen“ Christen auf. Und ein „bibelfester“ Moderator hat sofort klare Kante zu zeigen. Nein, Pal, das ist genau jene Form von penetranter fundmentalistischer Rechtglaubigkeit, die jeden ehrlichen Gedankenaustausch abwürgt und lebendige Foren in den Tod treibt. Es ist tausendmal besser, mit dem agnostischen, aber intelligenten „Epikuräer“ (ein prominenter Forenschreiber) einen kultivierten Diskurs zu führen, als mit einem rechthaberischen Bibelversherumwerfer zu zanken!

    Zu einer guten Diskussion gehört das Zuhören bzw. im Internet das aufmerksame Lesen. Lesen nicht nur mit den Augen, sondern mit dem Hirn und auch dem Herzen. Und da habe ich den Eindruck, dass du den Inhalt meines Blogposts überhaupt nicht wahrgenommen hast. Auf jeden Fall hast du meinen Link zu ein paar Grundsatzfragen übersehen, wo es im übrigen auch um das Thema Toleranz geht. Eigentlich solltest du den Text schon aus dem Glaubenscafe kennen. Guck da bitte unbedingt mal rein!

  6. Lieber Ismael, ich gebe dir völlig recht, indem man einen anständigen, respektvollen Umgang miteinander pflegen sollte. Und selbstverständlich mit den Gesinnungen, die man von seinem Gegenüber auch gerne erwartet.
    Das hat Uli, mit dem „Schlachthof“, wo immer die Stärksten gewinnen, ja auch deutlich beschrieben. So sollte es nicht sein!

    Das ist das eine Standbein (#1#) jeder Kommunikation.

    ================

    Doch das andere Standbein (#2#) ist mE die Thematik.

    Wenn ich in einem Evolutions-forum schreibe, wo man die Meinungen von Darwins Evolutionstheorie austauscht, werde ich, mit meiner Darstellung der biblischen Schöpfungsgeschichte, keinen Platz finden.
    Die Forumsmitglieder werden sich logischerweise kaum an meiner Meinung erfreuen.
    Im Gegenteil bringe ich nur Zwist, weil die biblische Darstellung in völligem Widerspruch zu der Ev.-Theorie steht.

    Verstehst du, was mir so wichtig ist?

    So braucht auch ein christliches Forum unbedingt einen gemeinsamen Nenner.
    Und das sollte die Bibel sein.

    Also gemeinsam Werte, wie Jesus Christus, Golgatha, Himmel und Hölle, etc. müssen doch allgemeine Akzeptanz haben.
    Oder fällt das dann bereits unter die von dir bezeichnete „penetrante, fundmentalistische Rechtgläubigkeit“? –

    Will sich ein Christ, in einem christlichen Forum, erst darüber austauschen, ob Jesus Christus überhaupt ein heilsnotwendiger Erlöser ist?
    Das kann ich mir schwerlich denken!

    Aber wenn diese „Nenner“ nicht definiert werden dürfen, dann weiß ich nicht, was du unter einem „christlichen Forum“ überhaupt verstehst?

    Sollten christliche Foren dann, deiner Meinung nach, vielleicht ganz offene „Religions-plattformen“ werden, wo sich alle Glaubensrichtungen gegenseitig „auferbauen“? …
    Das bereits widerspräche dem biblischen Grundprinzip, das Jesus von sich behauptet eben nicht ein Weg von vielen Wegen zu sein, sondern der einzig Weg zu Gott.

    Oder, als Beispiel, würdest du es als einen wünschenswerten „ehrlichen Gedankenaustausch“ betrachten, um in einem christlichen Forum darüber zu diskutieren, ob die Bibel Lüge oder Wahrheit ist? Ob es Gott gibt oder eben nicht?

    Ich denke mir, dann hätten wir nicht die gleiche Vorstellung eines „christlichen Forums“.

    aber das ist natürlich nur meine Meinung… lG

  7. Dass es auf einem christlichen Forum um Themen des Christentums gehen soll, ist klar. Und wenn sich genügend Christen mit ihren Inhalten dort einbringen, besteht auch wenig die Gefahr, dass so ein Forum von „anderen“ gekapert wird oder sonstwie in die Beliebigkeit abgleitet.

    Selbstverständlich ist die Bibel die Urquelle der christlichen Offenbarung. Aber gerade sie kann uns für ein Forum als Beispiel dienen! Die Bibel ist nämlich erstaunlich pluralistisch! Sie zeugt von unglaublich vielen verschiedenartigen Glaubensarten mit oft sogar widersprüchlichen Aussagen! Wer das nicht glauben will, sollte sie vielleicht mal ganz, zumindest aber ganz sorgfältig lesen. Die Bibel selbst bietet nicht die Sicherheit, die du dir so sehnlich wünschst. Sie muss interpretiert werden. Und die Interpretationen bieten jede menge Stoff für Diskussionen.

    Im Übrigen ist es durchaus sinnvoll, über solche Grundfragen, z. B. ob Jesus der heilsnotwendige Erlöser ist, einen Diskurs zu führen. Dann wird einem nämlich oft erst richtig klar, was man glaubt, warum, ob man diesen Glauben konkret formulieren und einem anderen darlegen kann oder wo man selbst etwas nicht verstanden hat. Diese Auseinandersetzungen werden uns in einer immer säkularer werdenden Welt abverlangt, ob wir es nun wollen oder nicht! Wir können uns nicht davor drücken! Und wenn unser Glaube gesund ist, dann kapseln wir uns nicht in geschlossenen Zirkeln ab, sondern bieten wir ihn – den Glauben – unseren Mitmenschen mit aller Leidenschaft unseres Herzens an!

  8. Lieber Ismael,
    selbstverständlich verlangt die Bibel Interpretationen.
    Genau darum geht es ja hauptsächlich in den christlichen Foren. Und gerade da wird es ja so spannend, weil viele Christen den „Bibel-Diamanten“ von unterschiedlichen Seiten, mit unterschiedlichen Facetten, bewundern und sich darüber austauschen.

    Doch das mit dem von dir erwähnten unerwünschten „Abkapseln“ ist auch wieder eine Sache, die man abwägen muß.

    Hier mein Beispiel:

    Ich bin von Beruf „Missionar“, – ich versuche also das Evangelium an Mitmenschen weiter zu geben.

    Jedoch ist es dann ein kolossaler Unterschied, ob ich (# a #) eine Gruppe von buntgewürfelten Personen auf der Straße anspreche, oder ob ich (# b #) eine Bibel-Meinungsaustausch unter Gläubigen halte.

    Ich kann (erfahrungsgemäß) nicht beides gleichzeitig. Das wäre dann Evangelisation und Bibelstunde zu ein und dem selben Publikum.
    Deshalb erscheint es mir auch in einem christlichen Forum wichtig zu sein um zu differenzieren.

    Was wollen wir hier erreichen?

    # a # Möchten wir eine gottfeindliche Welt mit Jesus Christus in Kontakt bringen? => Evangelisation
    Dann bräuchte ich dafür zumindest einen extra Bereich.

    # b # Oder wollen wir uns untereinander erbauen, trösten, stärken, ermahnen? => gemeinsames Bibelstudium.

    Ich, für meinen Teil, kann mir keine Atheisten in meine BIbelstunde einladen, ohne die Bibelstunde in eine „Evangelisation“ umzuschustern.

    Um beides in einem Forum gleichzeitig zu bewältigen ist, nach meiner Erfahrung, ein Spagat, bei dem mir meine Beine überdehnt werden!
    Auch dieser unbewältigte „Spagat“ läßt manches christliche Forum scheitern.

  9. M. E. sollten christliche Internetforen keine geschlossenen Konventikel sein, sondern Orte des offenen Austausches. Für bestimmte Anliegen mag es geschlossene Gruppen geben, auch das hat seine Legitimation. Technisch ist das ja kein Problem.
    Wichtig wäre mir, dass die Themen über Suchmaschinen aufzurufen sind.

    Der missionarische Impuls liegt am Sichtbar-Machen des Glaubens (wobei es freilich nicht angeraten ist, all zu persönliche Dinge ins Netz zu stellen). Wer so ein Website ansteuert, gehört für mich schon nicht mehr zu den buntgewürfelten Leuten auf der Straße, sondern er hat irgendein Interesse, um es mal ganz vage auszudrücken.

    Ein Leser soll erst einmal unbefangen gucken können, was da so passiert. Das erfordert dann natürlich eine gewisse Disziplin der Schreiber, die ihre Postings so verfassen sollten, das auch ein fremder Leser daraus Gewinn ziehen kann. Und an diesem Bewusstsein mangelt es oft genug.

    Es ist sicher nicht jedermanns Sache, für ein breiteres mitlesendes Publikum zu schreiben. Aber es muss ja auch niemand auf ein offenes Forum gehen, dem das nicht liegt. Niemand zwingt dich, Pal!

    Im Internet liegt ein ungeheures Potential. Aber das Web ist nicht alles! Wirklich nicht! 😉

  10. LIeber Ismael!

    Ja, ich fühle mich auch überhaupt nicht gezwungen!

    Ich stimme deinem letzten Beitrag zu.
    So ein christliches Foren kann sehr gut beide Bereiche abdecken.
    Sowohl evangelisierend, für alle, als auch interner Bibelaustausch unter „Gleichgesinnten“.

    Genau da treffen sich unsere Meinungen! …. alles Gute!

  11. Ich stoße mich ein wenig an dem Begriff „evangelisierend“, obwohl ich sehr für ein christliches Zeugnis in der Gesellschaft bin. Wenn ich schrieb, dass Christliche Foren keine Konventikel sein sollen, so hätte ich hinzufügen sollen, dass ich sie auch nicht als elektronische Zeltmissionen oder als Predigtkanzeln verstehe. Dafür gibt es auch im Internet andere Formen (Predigtblogs, Glaubenskurse). Auf einem Forum begegnen sich nicht Lehrer und Schüler, sondern gleichrangige Gesprächspartner. Auch dann, wenn einer einen Wissens- oder Erfahrungsvorsprung vor dem anderen hat.

  12. Anonymous permalink

    Zitat von Ismael: „Auf einem Forum begegnen sich nicht Lehrer und Schüler, sondern gleichrangige Gesprächspartner. Auch dann, wenn einer einen Wissens- oder Erfahrungsvorsprung vor dem anderen hat.“

    Genau so ist es. Nicht mehr, aber auch nicht weniger! Doch offensichtlich selbst für viele Christen noch viel zu schwierig! Schade.

    Gruss Stephanus

  13. Anonymous permalink

    Hallo zusammen.
    Hab grad erst diese Seite entdeckt und freu mich, hier alte Bekannte zu lesen.
    Ich glaube, das GC könnte noch existieren, wenn man die User mit dem religösen Geist verabschiedet hätte. Für mich wäre das als Admin kein Problem gewesen.
    Es gibt aber auch in mir zwei Stimmen zu diesem Thema und diese zweite Stimme sagt, Nachfolge bedeutet auch, den Judas zu ertragen.

    Aber wie schon erwähnt wurde, die Lust am Schreiben vergeht und so beschränkte sich meine Nachfolge auf ein schweigendes dulden.

    Meine Forenzeit ist auch nicht mehr so stürmisch wie sie mal war, ich schreibe nur noch selten was und das mit Pausen entweder auf Glaube.com, oder 2Jesus.de.

    Servus und alles Gute.

  14. Anonymos schrieb:
    „Ich glaube, das GC könnte noch existieren, wenn man die User mit dem religösen Geist verabschiedet hätte.“
    Was meinst du damit?

  15. Anonymous permalink

    Hallo Ismael. Danke für Deine Zeilen. Sie haben mir sehr geholfen. Leider vergessen wir oft, dass Jakobus 1,19 auch für Foren gilt. Eigentlich leuchtet es jeden Christen ein, trotzdem lassen wir (auch ich) uns leider oft dazu hinreißen Dinge zu schreiben, weil sie uns unter den Nägeln brennen. In den letzten Jahren bin ich auf dem Forum, auf dem ich aktiv bin davon abgekommen. Seither passt es besser. Die User müssen einfach nicht immer wissen, was ich gerade denke. Die Foren muss einfach nicht mehr als Portal für alles herhalten, was ich so weiß… und ich muss nicht jeden Fehler berichtigen, den ich bei anderen Usern meine gesehen zu haben.

    Diese Erkenntnis erhält man erst mit einer gewissen Reife, die ich mir nach all den Jahren nun tatsächlich zugestehen. Vielleicht geht es noch mehr Christen so wie mir…. das große Wissen entsteht wesentlich schneller als der reife und durch die Nachfolge Jesu geformte Liebe zu den Menschen. Denn ein Mensch steckt hinter jedem User… auch wenn uns die Foren nur die NickNamen vorführen. Den Nächsten höher achten als sich selbst… in Kombination mit Jakobus 1,19. Das ist meine Leitlinie.

    lg, marjo

  16. Anonymous permalink

    GEGENFRAGE :
    Wie belebt man ein Christliches Forum ?

  17. Lori permalink

    Hallo zusammen, auch ich war mal ein GC- Juser… aber da ich Bibeltreu bin, war ich dort von Anfang an nicht gern gesehen. Da kamen dann sehr schnell Lügen, Unterstellungen, ja gar Ehrverletzungen mir gegenüber. Bis man mich, obwohl ich trotz all den Anfeindungen immer stets freundlich blieb, sperrte. Das war, lange bevor das GC schloss… doch ich sagte damals schon, das es das GC SO nicht mehr lange gibt…wieso? Weil man damals schon klar erkennen konnte das da kein Segen drauf lag. Wer das Wort GOTTES (auch wenn man sich selbst Christ nennt) derart missachtet, links liegen lässt, nichts von ihm wissen will usw usw, sollte nicht erwarten das dies auch noch gesegnet wird.

    Und wenn dann ein solches Forum der satanisch inspirierten Oekumenischen Bewegung noch ein solches Podium gibt, dann ist wie das Sahnehäubchen auf dem Küchlein.

    Obs den Menschen passt oder nicht spielt keine Rolle.

    GOTT IST.

    Und SEIN Wort besteht.

    Gruss und GOTTES Segen

  18. Ich schalte diesen Kommentar nur frei, um den Leser einen Eindruck von dem feindselig-rechthaberischen Stil fundamentalistischer Forenteilnehmer zu geben. Genau dieser Stil ist es, der das Klima vergiftet und diejenigen, die nach einem konstruktiven Diskurs suchen, aus den Webforen vertreibt.

  19. Bundesbedenkenträger permalink

    Mal angenommen, man macht ein christliches Forum auf. Wer würde denn da schreiben? Ich hatte schon mal ein Forum betrieben, die Zahl der Mitglieder war stark begrenzt. Die Zahl der aktiven Mitglieder beschränkte sich auf ungefähr zwei. Mit mir.

  20. Das Problem ist, dass es viele gut gemeint Initiativen gibt, die aber jede für sich nicht die „kritische Masse“ von aktiven Usern erreichen, um kontinuierlich zu laufen. Was fast immer fehlt, ist eine größere Gruppe von Forenteilnehmern, die die Kulturtechnik des Diskurses beherrschen, die Lust zur offenen Diskussion haben und auch eine Portion Gelassenheit mitbringen, wenn sich Polemiker zu Wort melden. Deswegen wäre es evtl. besser, sich in bestehende Foren einzubringen, als eigene neue zu gründen.

  21. Hallo Ismael,
    Hallo an alle Mitlesenden, auch wenn der Blog nun nicht mehr ganz so frisch ist.
    Hier ist noch einmal der Ex-Webmaster des damaligen Glaubenscafes.

    Neulich schwelgte ich in alten Erinnerungen. Und so begab ich mich nun, in einem gebührenden Abstand von 3 Jahren erneut auf diese Seite, um zu lesen, was ich einst geschrieben habe und was ihr geschrieben habt.

    Desweiteren schaute ich mich im Internet um, nach christlichen Angeboten und z. B. auch nach christlichen Plattformen, wie Foren.

    Und Ismael : Ganz ehrlich, es sieht mager aus! Selbst die großen Plattformen, wie Glaube.de oder Jesus.de lassen doch inhaltlich sehr zu wünschen übrig.

    Nachdem ich nun beim Stöbern mehrfach, aus verschiedenen Richtung lesen konnte, dass sich Internet User durchaus zu christlichen Themen und fragen äußern wollen, danach suchen und den Austausch suchen, viel mir nochmal Dein Blog ein, Ismael 😉 „Christen, geht ins Internet. Beschäftigt Euch mit den Neuen Medien. Geht in die Foren.“

    Ein Austausch im Internet ersetzt keine Gemeinde. Ich denke, da laufen wir alle konform mit. Doch nicht alleine die Kirchen bieten Menschen einen geistigen Raum, sondern auch das Internet, insb. die interaktiven Foren, bieten einen, wenn auch virtuellen, aber sie bieten einen geistigen Raum!

    Auch virtuelle Räume sind Lebensräume. Und wieviele Menschen nutzen das Internet als ihren Raum der Informationsquelle und des Austausches, der Freude am sich mitteilen und aber auch oft, wegen der Suche nach Trost.

    Ich habe nach 3 jährigem Abstand zum Glaubenscafe erneut den inneren Wunsch auferlegt bekommen mutig zu sein und das zu tun, was ich gut kann. Und Gott hat mich begabt zu wissen, wie man, zumindest was den äußeren Rahmen angeht,
    wie man eine Internet-Community baut. Als Christ bringe ich auch das notwendige und durch Gebet begleitete Rüstzeug mit, um so eine Christen-Forengemeinschaft mit geeignetem Themen zu bestücken.

    Und so fühle ich mich heute abermals berufen den Mut für ein neues Forenprojekt aufzubringen. Mit 3 jährigem Abstand zum Glaubenscafe freue ich mich über diese Möglichkeit.

    Auch menschlich sind wir alle, bin ich 3 Jahre gereift und nicht mehr die gleichen, wie einst. Doch Gott hat uns durch diese 3 Jahre getragen und behütet. Wir haben sicher in dieser Zeit viel Neues erlebt und womöglich so manches von damal besser verstanden.

    Hiermit möchte ich eine neue christliche Internetseite anpreisen und hoffe, dass sich viele Menschen in ihr einfinden und durch Gott gerufen werden. Noch ist die Seite im Aufbau. Und auch der Start, wann sie ans Netz geht ist ungwiss.

    Aber sie hat schon einen festen Namen! Ihr findet sie unter: http://www.christenmobil.de

    Ab dem 01. August 2016 kann man sich hier für einen Newsletter eintragen, somit Interesse bekunden und sich so regelmäßig per Email über den Stand der Dinge informieren lassen!

    Ich freue mich, wenn ihr alle dafür mit ins Gebet gehen würdet! Danke! Bis bald und Gottes Segen,

    Stefan Sawadski

  22. *****Namenskorrektur*****

    Die Seite wird http://www.christen-treffpunkt.de heißen 😉
    Gruss Stefan

  23. Niemand371 permalink

    Das Christentum ist allgemein im Web auf dem Rückzug.
    Es sind nicht nur die Foren die sterben sondern auch Webseiten mit Christlichen Inhalten.
    Die besten Domains reisen sich dann die Verlage unter den Nagel.
    Ich selber betreibe schon seid einigen Jahren eine Kleine Comm
    mit wenig Erfolg.
    Letztendlich habe ich dann meine zwei Webseiten zu einer einzigen verbunden um meine Drei User zu halten.
    Eine Weihnachtsseite mit Forum
    Eine Christliche mit Forum
    Besucherzahl im Monat 5<

  24. Alex permalink

    Da es hier noch die Kommentarfunktion gibt, möchte ich auch meine Gedanken öffentlich sprudeln lassen- und das ist etwas, was mich persönlich an Internetforen einerseits fasziniert, andererseits abstößt. Es gibt ja wirklich zu allem, jedem Thema dass Menschen behandeln, von Kochrezepten bis zu Glaubensdingen, im www einen lebhaften Austausch und ich gebe zu auch zu den Nutznießern der fleißigen Internetschreiber zu gehören, wenn ich mal schnell zu einem Thema eine Information benötige. Doch der Umgang mit Gottes Wort und der christlichen Gemeinschaft, die doch durch den heiligen Geist gewirkt wird, wenn man sich auf Ihn einlässt, so in aller Öffentlichkeit, irgendwas stößt mich daran ab…ringen wir doch in aller Privatheit jeder für sich um dieses LIebesverhältnis mit Gott, so wie wir ihn in Jesus kennenlernen, ringen wir darum, ihm persönlich in unserem Alltag nachzufolgen, so werden dann im Internet für alle öffentlich, Diskussionen breitgetreten, die nicht gerade davon zeugen, dass da Menschen von der Liebe Gottes getragen werden. Wie muß das nach außen in der Welt wirken…ich bin eher aufgewühlt und zerrissen, wenn ich solche Diskussionen beobachte, oder auch schon teilgenommen hatte (mein Hang zum diskutieren wird dadurch auch gefördert, statt gezähmt), Menschen begegnen sich da als Accounts, es ist kein echtes Miteinander….wie war das denn vor www- wie tauschten sich die Brüder und Schwestern da aus? Wie kamen sie da zusammen? Ich habe eine Sehnsucht nach Kontakt zu Menschen, die für sich persönlich umsetzen, was sie durch die Bibel lernen, wo Jesus sagt, wir können die ganze Wahrheit doch gar nicht auf einmal ertragen, der heilige Geist (und nicht unzählige Forenthreats) wird uns in die Wahrheit leiten. Ich meine, die Internetforen bieten sowas wie eine Ersatzgemeinschaft, da leben im Ort Christen und kennen sich nicht, weil sie alle in irgendwelche umliegenden unterschiedlichen Gemeinden fahren und im Internret treffen sich wieder Glaubensgeschwister aus ganz Deutschland verstreut, ich will nicht sagen, daß Gott nicht auch da die Wege segnen kann und tut, aber das ist nicht die Gemeinschaft, nach der ich mich aus der Bibel heraus sehne, eher ein Ersatz, so wie man ja heute auch am PC Mensch-Ärgere-Dich-Nicht spielen kann ohne Familienmitglieder am Tisch…
    doch auch wenn ich bisl Probleme habe mit Internetforen- Gott segne Euch in dem Bemühen, ein zivilisiertes virtuelles Miteinander zu gestalten,
    LG, ASandra

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  1. Woran sterben christliche Internetforen? | theolounge.de

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