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Ökumenisches Gespräch als Diskurs.

9. Oktober 2013

Nach unerquicklichen Scharmützeln mit Fundamentalisten, sowohl evangelikalen wie schwarzkatholischen, habe ich einmal ein paar Gedanken zum Diskussionsstil im Internet gemacht. Wegen bevorstehender Löschung des Glaubenscafe.de kopiere ich den Post hierhin:

Dienstag, 3. April 2012, 08:26

Ökumenisches Gespräch als Diskurs

Ich denke, das ökumenische Gespräch sollte als Diskurs geführt werden. D. h. jeder hat die Möglichkeit, seine Meinung, seine Erfahrung darzutun, aber immer in dem Bewusstsein, dass dieses eben nur eine Sichtweise von vielen ist.Niemand hat dabei das Recht, mit der Haltung des einzig Rechtgläubigen seine Erkenntnisse als „die Wahrheit“ schlechthin zu bezeichnen. Auch dann nicht, wenn er sich dabei auf die Bibel oder dogmatische Schriften einer Kirche beruft. Auch darf niemand einem anderen das Christsein oder einer anderen Glaubensgemeinschaft das Kiche-Sein von vorn herein absprechen.So – insbesondere im Internet – zu reden und zu schreiben ist eine Kunst, die erst erlernt werden muss, und zwar immer wieder neu.
Vielleicht könne folgende „Übungen“ dabei helfen:

  • Sich klar machen, warum man überhaupt ins Netz geht.
    Um Informationen zu gewinnen?
    Um sich selbst zu bestätigen?
    Um Gemeinschaft zu erfahren?
    Um einander zu ermutigen?
    Um sich durch die Erfahrungen anderer bereichern zu lassen?
    Um eigene Ansichten hinterfragen zu lassen und daran zu reifen?…
  • Sich klar machen, dass ein Internetforum ein pluralistisches Medium ist.
    D. h. die Begegnung mit andersartigen Menschen und Meinungen zum Wesen des Internet gehören.
    Das erfordert Toleranz (= das Ertragen des anderen, nicht aber zwangsläufig die Übenahme seiner Meinung) und Fairness als Grundvoraussetzung.
  • Von sich selbst schreiben.
    Eigene Erkenntnisse und Erfahrungen anbieten, ohne sie den anderen überstülpen zu wollen.
  • Sich für den anderen aufrichtig interessieren.
    „Zuhören.“ (Wie heißt das, wenn man am Bildschirm liest?)
    Was bewegt den anderen, der da schreibt?
    Welche Erlebnisse/Erfahrungen haben ihn/sie geprägt und zu seiner/ihrer Einstellung gebracht?
    In wie weit ist der Beitrag des anderen eine Bereicherung für mich?
    Sei es, dass ich etwas übernehmen möchte, sei es, dass durch den Kontrast meine eigene Einstellung an Kontur gewinnt.

Wenig hilfreich sind m. E. Erfahrungen und Meinungen aus zweiter Hand.

So weit mein Versuch.

Euer Ismael

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One Comment
  1. Danke dir für diese Worte Ismael! Ich wünschte jeder würde sich an diese Anleitung halten – ich wünschte das Glaubenscafe hätte weiter leben können :-/

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